Gastreferenten

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Rosemary Low

Rosemary Low ist eine erfolgreiche Schriftstellerin. Sie hat im Laufe ihres Lebens zahlreiche Bücher und Artikel über Papageien geschrieben, die weltweit in mehreren Sprachen übersetzt wurden. Sie war die Erste, die ein Buch über Papageienschutz schrieb. Dieses Buch namens Endangered Species wurde erstmals 1984 veröffentlicht und 1994 überarbeitet und neu verlegt. Derzeit arbeitet sie an ihrem Buch Parrot Conservation: A view across four Decades. Rosemary hat über 29 Länder besucht, besonders in Südamerika, um Papageien in der Wildnis zu beobachten. In den letzten Jahren hat sie an verschiedenen Papageienschutzprojekten mitgewirkt, über welche sie ausführlich geschrieben hat. Um über diese Projekte zu berichten, wurde sie zu verschiedenen Konferenzen in Europa, Australien, Vereinigten Staaten und Brasil eingeladen. Rosemary setzt sich unermüdlich für den Erhalt und Schutz der Papageien ein. Seitdem sie beim ersten Internationalen Papageienkogress, in 1986, Geld für den Schutz den Kaiseramazonen sammelte, ist sie in vielen Schutzprojekte für Papageien engagiert. Rosemary besitzt seit 1958 Papageien und pflegt zu sagen: „Es ist ein Privileg, diese sensiblen, atemberaubenden, wunderschönen und intelligenten Tiere halten zu dürfen.“ Mehr von ihren Gedanken können sie in ihrem letztem Buch Understanding Parrots – Cues from Nature lesen. Ihre langjährige Erfahrung und ihr breites Wissen haben sie zu einer Ikone auf dem Gebiet der Vogelhaltung gemacht. Es ist für uns eine besondere Ehre, unserem IX. Internationalen Papageienkongress mit ihrem Vortrag zu bereichern.

Marcia Weinzettl

Marcia Weinzettl ist Diplombiologin spezialisiert in Aufzucht und Haltung von wildlebenden Tieren. Sie war 26 Jahre in der Ex-situ-Reproduktion in Brasilien tätig. Dabei richtete sie ihr Hauptaugenmerk stets auf die Forschung und die Verbesserung von Reproduktionstechniken. Sie war Leiterin von Zoos und bedeutenden Psittacidae-Reproduktionszentren in Brasilien, mit ausgezeichneten Ergebnissen, die in diversen Medien veröffentlicht wurden. Im September 2016 übernahm sie die Position als Vogelkuratorin im Loro Parque und der angegliederten Loro Parque Fundación, wo sie die Anwendung der Zuchtmethoden der aktuellen Realität anpasst. Marcia bestätigt, dass Entwicklung, Anpassung und Anwendung der Methode auf die jeweils spezifische Zuchtsituation und Spezies ausschlaggebend sind beim Erreichen der erwarteten Ergebnisse. Marcia Weinzettl hat auf der ganzen Welt Vorträge gehalten, in denen sie ihre umfangreichen Fachkenntnisse über die tropischen Papageienarten Südamerikas bewiesen hat. Besonders erfahren ist sie in der Haltung der Hyazinth-Ara, (Anodorhynchus hyacinthinus) oder der großartigen Goldsittiche (Guaruba guarouba), mit denen sie außerordentliche Bruterfolge erzielte. Marcia ist zweifelsfrei eine Größe in der internationalen Fachwelt der Psittacidae, mit der die Kongressteilnehmer ihr Wissen erweitern und teilen können.

Professor Dr. Gerry M. Dorrestein

Professor Dr. Gerry M. Dorrestein ist Direktor des niederländischen Forschungsinstituts für Vögel und exotische Tiere (NOIVBD) und Leiter seines diagnostischen Pathologielabors. Er ist Facharzt für Veterinärpathologie mit Spezialisierung auf aviäre und exotische Tierkrankheiten. Im Jahr 2010 startete er ein spezielles Forschungsprojekt über die Beziehung zwischen dem Vogelgrippevirus und der proventrikulären Dilatationskrankheit (PDD) bei Papageien. Dr. Dorrestein ist Gastprofessor für Vogel- und Reptilienpathologie an der Universität für Veterinär- und Pharmazeutische Wissenschaften in Brünn, Tschechische Republik. Er ist Honorarprofessor an der Uludag Universität Bursa, Türkei. Vor 2006 war Dr. Dorrestein 30 Jahre lang als Veterinärpathologe an der Universität Utrecht in den Niederlanden tätig. In den letzten 15 Jahren seines Studiums leitete er die Sektion Vögel, exotische Tiere und Wildtiere. Prof. Dorrestein ist Ehrenmitglied des European College Zoological Medicine (ECZM), ehemaliger Schatzmeister der European Association of Zoo- and Wildlife Veterinarians (EAZWV). Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher über Vogel- und exotische Tiermedizin. Er hat über 450 wissenschaftliche und veterinärmedizinische Arbeiten veröffentlicht und ist ein bekannter nationaler und internationaler Referent zu Themen rund um die Pathologie und Medizin von Ziervögeln, Zootieren und Wildtieren.

Thomas Arndt

Thomas Arndt ist ein weltbekannter Ornithologe. Er gründete den Arndt-Verlag und ist seit 1988 Herausgeber der Fachzeitschrift „Papageien“, die zu den renommiertesten Publikationen über Papageien zählt. Ausserdem ist er Herausgeber der Zeitschrift WP-Magazin sowie Co-Autor mehrerer Bücher. Sein Spezialgebiet innerhalb der Ornithologie sind die Papageien Süd- und Mittelamerikas sowie die Spechtpapageien. Neben mehreren neuen Unterarten beschrieb er 2006 die neue Art Aratinga hockingi sowie 2008 Pyrrhura parvifrons und Pyrrhura dilutissima. Wie kein zweiter hat Thomas Arndt die Papageien weltweit im Freiland beobachtet und fotografiert, und seit nahezu 35 Jahren ist er mehrere Monate im Jahr unterwegs. Dabei liegt sein Schwerpunkt nicht auf den bekannten Arten, sondern auf den unerforschten Papageien und den "weißen Flecken" auf der Papageienlandkarte. Seit 15 Jahren arbeitet er verstärkt an der Systematik der Pyrrhura-Taxa im Amazonas-Becken und den umliegenden Gebieten. Zusammen mit Prof. Michael Wink hat er 2017 als erstes Ergebnis eine umfassende Revision dieser Papageiengruppe vorgelegt. Seit 2008 illustriert er in Zusammenarbeit mit Heinz Schnitker eine taxonomische Serie, in der alle Papageienarten- und -unterarten im Vergleich dargestellt werden. Die Illustrationen werden vorab in Form von Postern veröffentlich und bilden die Grundlage für ein umfassendes Bestimmungsbuch der Papageien.

George Olah

Dr. George Olah ist Wissenschaftler und Naturschutzgenetiker. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Papageien und anderen Vogelarten. Sein Master in Zoologie absolvierte er 2006 an der Veterinärmedizinischen Universität von Ungarn. Nach seinem Studium, nahm er an vielen Feldforschungsprojekten in Mittel- und Südamerika teil, darunter Argentinien, Mexiko, Peru und Bolivien. Er arbeitete mehrere Jahre für das „Tambopata Macaw“ Projekt im peruanischen Amazonasgebiet, zunächst als Leiter des Forschungszentrums und später als Projektkoordinator. Er arbeitete auch in der Ökotourismusbranche in Peru als Lodge Manager für eines der größten peruanischen Ökotourismusunternehmen. Als er erkannte, dass sich die Auswirkungen des Menschen auf den Lebensraum von Aras und andere Papageienarten beschleunigten, entschied er sich ein Doktorat in Naturschutzbiologie zu machen, um eine wissenschaftlich fundierte Bewertung des Naturschutzmanagements in diesem Gebiet zu ermöglichen. Sein Doktorat erlangte er 2015 an der Australian National University, wo er anschließend als Postdoktorand forscht.

Chris Touchton

Chris Touchton lebt in Florida (USA) und züchtet seit 1989 Loris. Über 30 Jahre! Sie begann ihre Sammlung mit importierten adulten Wildvögeln, die früher auf den Marktplätzen zu finden waren, und auch mit Vögeln, die als Haustiere gehalten wurden. Im Jahr 1992 begann sie, Eier künstlich auszubrüten und die Küken von Hand zu füttern. Somit wollte sie Zuchterfolge bei den Vögeln, die aufgrund mangelnder elterlicher Aufmerksamkeit oder Angriffe von Raubtieren sterben konnten, zu erzielen. Sie besitzt zurzeit einen Bestand von mindestens 300 Vögeln (150 Paare) aus 30 verschiedenen Lorisarten. Ihr Ziel ist es, die am meisten gefährdeten und weniger auftretenden Loris, zu schützen und ihr Aussterben im Rahmen der nordamerikanischen Vogelzucht zu verhindern. Im Jahr 2005 erstellte sie speziell für diese Lorisgruppe ihre eigene Diät. Grund dafür war, dass im Verkauf kein qualitatives Futter zur Verfügung stand. Derzeit wird eine Lorisdiät nach ihrem Rezept erstellt und vermarktet. Mit ihrer Hilfe hat auch eine Marke eine Lorisdiät aus pulverisiertem Nektar entwickelt. Zur Erstellung der Diät haben zusätzlich auch andere Züchter und Zoos beigetragen. Dank ihrer Praxiserfahrung und Leidenschaft ist sie zu einer erfolgreichen Züchterin geworden und inspiriert zugleich experte Züchter, einen Bruterfolg mit den nektarfressenden Papageien zu erreichen.

Dener Giovanini

Loro Parque freut sich über die Zusage eines weiteren hochkarätigen Referenten für den kommenden IX. Internationalen Papageienkongress. Herr Dener Giovanini ist ein anerkannter Umweltschützer. Er wurde 2003 mit den UNEP-Sasakawa-Preis für seine herausragende Arbeit im Schutz der biologischen Vielfalt ausgezeichnet. Zuvor hat nur ein anderer Brasilianer, Chicho Mendes, diese Auszeichnung erhalten. Die Schaffung neuer Strategien in der sozialen Kommunikation, der Aufbau innovativer und wichtiger Partnerschaften und die hervorragenden Ergebnisse der von ihm gegründeten und koordinierten Organisation RENCTAS verliehen Dener Giovanini den Status eines herausragenden Social Entrepreneurs. Status, den er von den drei größten Organisationen zur Förderung von Social Entrepreneurs erhielt: Ashoka, Avina und Schwab Stiftung. RENCTAS wurde 1999 gegründet und hat wertvolle Berichte über die nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung von wild lebenden Arten in Brasilien erstellt. Seine Strategien inspirierten auch eine Fallstudie der Harvard University. Es ist uns eine Ehre, mit einem so angesehenen Referenten wie Dener Giovanini zählen zu dürfen. Er führt seine Arbeit im Land mit der größten Anzahl an bekannten Säugetierarten und Süßwasserfischen. Zudem beherbergt Brasilien auch die zweitgrößte Amphibienpopulation und den drittgrößten Vogelartenbestand der Welt. Leider hat es auch die höchste Anzahl von bedrohten Papageien in der Welt.

Tony Silva

Unser nächster Referent ist in der Papageienbranche weltweit bekannt. Die erste Auflage seines Buches Psittaculture war und ist immer noch die Bettlektüre vieler Papageienhalter in allen Ländern der Welt. Die Papageien haben ihn schon im Alter von 10 Jahren fasziniert, als er zum ersten Mal einen Gelbbrustara (Ara ararauna) und einen Hellroten Ara (Ara macao) in einem Tiergeschäft sah. Man sagte ihm, dass sich die Aras in der Luft paaren, und es nicht möglich wäre sie in Gefangenscahft zu züchten. Dies erstaunte ihn und weckte sein Interesse dermaßen, dass er mit 16 Jahren seinen ersten großen Papageien erwarb. Bald kamen noch weitere Arten und Individuen hinzu und in 1978 erreichte er die erste Nachzucht des Langschnabelsittiches (Enicognathus leptorhynchus) in den USA. Seine Neugier wuchs weiter, und die erzielten Erfolge ermutigten ihn, mehr Arten zu erwerben und Papageien in freier Wildbahn zu beobachten. Zu diesem Zweck reiste er in die Karibik und nach Südamerika, da Beobachtungen vor Ort der Schlüssel zum Zuchterfolg sind. Seine erste bedeutende Feldstudie führte er in den 80er Jahren in Argentinien durch. Dort erzielte er bei den handaufgezogenen Blaustirnamazonen (Amazona aestiva), eine Gewichtszunahme und ein besseres Wachstum im Vergleich zu den in freier Wildbahn lebenden Aras. Tony Silva hat 82% aller Papageienarten in seinem privaten Aufzuchtzentrum gehalten und gezüchtet. Auch während er als Kurator im Loro Parque tätig war, wo er Zuchterfolge erzielte, wie die des Spix-Aras (Cyanopsitta spixii). Diese Art konnte, dank eines Schutzprogramms, in welchem Tony mit den Regierungsbehörden zusammenarbeitete, vor dem Aussterben gerettet werden. Während seiner langjährigen Karriere in der Vogelzucht, mehr als vier Jahrzehnte, hat er Hunderte von Artikeln veröffentlicht, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Darunter Englisch, Spanisch, Französisch, Tschechisch, Deutsch, Portugiesisch, Chinesisch, Russisch. Darüber hinaus hat er sieben Bücher veröffentlicht und auf allen Kontinenten Vorträge gehalten. Er ist Coautor eines kürzlich erschienenen Artikels über eine neue Amazonengattung: die in Mexiko heimische Blauflügelamazone (Amazona gomezgarzai). Heute beherbergt und leitet der produktive Autor einen großen Zuchtbestand in einem Zoo in Südflorida. Die Einrichtungen dort machen es möglich, sein umfangreiches und tief gehendes Fachwissen über diese Vogelart zu erweitern.

Volker Seidl

Volker Seidl wurde in der ehemaligen DDR geboren. Er studierte Architektur und ist Eigentümer eines mittelständigen Architekturbüros. Im Alter von 25 Jahren begann er mit der Papageienzucht mit drei Paar Sittichen, welche sich bis 1990 auf 10 Paar Sittiche und 2 Paar Kubaamazonen erweiterte. Mit der Wende ab 1990 begann der Ausbau der Zucht. Im Jahre 1993 wurde eine neue Zuchtanlage mit 140 Innenvolieren, mit angeschlossenen Außenvolieren, Handaufzuchtstation, Futterküche und Quarantäneräume errichtet. Seine besondere Liebe gilt der Haltung und Zucht von Amazonen. Heute werden in seiner Zuchtanlage, welche er mit seiner Frau Ina Seidl betreibt, 14 Arten und Unterarten von Amazonen gepflegt. Jeder dieser Arten ist mit mindestens drei Paaren in der Anlage vorhanden, um eine breite genetische Vielfalt zu gewährleisten. Highlights hierbei ist die Zucht von Rotschwanz-Amazonen (Amazona brasilienses) und Pracht-Amazonen (Amazona pretrei) . Beide Arten werden seit über zehn Jahren regelmäßig erfolgreich gezüchtet. Wobei die Befruchtungsrate bei diesen Arten bei über 85 % liegt.

Erica Pacífico

Wir freuen uns eine weitere einmalige Referentin für den IX. Internationalen Papageienkongress vorzustellen. Erica Pacífico ist eine brasilianische Biologin, die sich auf das Management von Wildtieren spezialisierte. Sie hat einen Masterabschluss in Zoologie und hat in Tierparks, Zucht- und Naturschutzstationen sowie als Beraterin für Umweltverträglichkeitsstudien in der Vogelwelt gearbeitet. Derzeit promoviert sie an der spanischen biologischen Naturschutzstation Doñana, zusammen mit der Universität Pablo de Olavide und in Zusammenarbeit mit dem Labor für Vogelgenetik und molekulare Evolution der brasilianischen Universität São Paulo. Ihre Doktorarbeit beschäftigt sich mit der Populationsdynamik des Lear-Aras (Anodorhynchus leari) unter Verwendung eines multidisziplinären Ansatzes mit molekularen Werkzeugen, ökologischen Modellen, stabiler Isotopenanalyse und reproduktiven Erfolgsraten. Erica ist auch die Koordinatorin des Monitoringprojektes zur Reproduktionsbiologie des Lear-Aras, welches sie seit 2008 ununterbrochen im trockenen Tropenwald von Caatinga im Nordosten Brasiliens durchführt. Diese brillante Feldforscherin, die nicht nur die Laborarbeit beherrscht, sondern sich auch in kontrollierter Umgebung auskennt, wird uns die gegenwärtige und unmittelbare Zukunft dieser Art in Brasilien vorstellen.

Anil Garg

Unser nächster Referent kommt aus Indien und ist ein angesehener Züchter und Vogelexperte. Anil Gargs Leidenschaft begann im Alter von sechs Jahren. Seit seinem ersten Zuchterfolg ist seine Begeisterung gewachsen und derzeit beherbergt er in seinen beiden großen Zuchtstationen in Bangalore und Kalkutta eine umfangreiche und vielfältige Sammlung exotischer Papageien. Zu seinen wertvollsten Erfolgen zählt die Reproduktion des Fächerpapageis (Deroptyus accipitrinus) und des Palmkakadus (Probosciger aterrimus). Letztere Art war bisher seine größte Herausforderung und sein Zuchterfolg wurde nach zahlreichen Fehlversuchen erzielt. Anil ist auch Mitbegründer und Sekretär der Avian Society of India (ASI). Diese Gesellschaft zielt darauf ab, Wissen zu teilen und zu verbreiten und Züchter unter dem Dach einer nationalen Organisation zusammenzubringen, die die Vogelzucht in Indien von Grund auf vertritt. Im professionellen Bereich ist Anil ein großer Unternehmer in verschiedenen Aktivitäten, wie Software, Süßwaren und Düngemittel. Die interessante Präsentation der indischen Vogelzucht von Anil Garg wird Sie zweifellos faszinieren.

Robert North

Unser nächster Referent lädt uns zu einer Reise durch Australien ein, um die dort außergewöhnlichen Papageien kennenzulernen. Robert North lebt in Brisbrane, Australien, und ist seit über 60 Jahren ein begeisterter Vogelzüchter. Seine große Leidenschaft gilt der Zucht von Tauben, Finken und den sogenannten „Softbills“, die auch als Weichfresser bekannt sind. In den letzten zwei Jahrzenten hat er sich auf die außergewöhnlichen Variationen von australischen Papageien konzentriert. Er gesteht, dass er noch viel über diese außergewöhnliche und komplexe Vögel lernen muss. Denn jede Art hat ihren eigenen Charakter. Weiterhin beobachtet, filmt und fotografiert Robert sie minutiös. Seine ersten beruflichen Schritte machte er als Fotograf und Fernsehkameramann. Diese Erfahrungen und Kenntnisse setzte er in der Vogelwelt um. Er war Gastredner bei Vogelkonferenzen in Taiwan und Indien und seine Fotografien wurden in Magazinen und online auf der ganzen Welt veröffentlicht. Seine Philosophie sowohl im Leben als auch in der Vogelzucht ist immer dieselbe geblieben: „Setzte einen Standard, seih aufmerksam und höre niemals auf zu fragen. „Von Vögeln können wir immer lernen“, pflegt er zu sagen. Wir alle teilen die gleiche Leidenschaft und Liebe zu Vögeln.

Maikel Cañizares

Maikel Cañizares kommt aus Kuba und ist zutiefst engagiert in der Erhaltung von Fauna. Maikel Cañizares Morera schloss sein Studium 1998 in Biologie ab und arbeitete an Naturschutzprojekten in Schutzgebieten von Zentralkuba. Er war Direktor des ökologischen Reservats ´´Lomas de Bano´´, wo er seinen Master in ökologischen Studien an der Hutiaconga, einem kubanischen endemischen Säugetier, abschloss. Er ist Forscher am Institut für Ökologie und Systematik in Havanna und hat sich auf Ökologie, Management und Erhaltung von Waldvögeln spezialisiert, wobei der Schwerpunkt auf der Erhaltung und dem Management von kubanischen Psittaciden liegt. Zu diesen Themen hat er zahlreiche wissenschaftliche Artikel als Buchkapitel in nationalen und internationalen Zeitschriften veröffentlicht. Er ist wissenschaftlicher Berater der Nationalen Forstdirektion für Wildtierpolitik in Kuba und ist derzeit Präsident der Kubanischen Gesellschaft für Zoologie. Schon während seines Studiums war er sich der Naturschutzprobleme der kubanischen Fauna, insbesondere der Psittaciformes, bewusst. 1998 begann er seine Arbeit an der Bewirtschaftung und Erhaltung der beiden kubanischen Papageienarten und seit 20 Jahren arbeitet er für den Schutz dieser Arten in Kuba. Er entwarf und implementierte verschiedene Modelle von Nistkästen für Papageien, die erfolgreich in verschiedenen kubanischen Orten eingesetzt werden, und hat mit anderen Naturschutzprojekten in Panama, Nicaragua und der Dominikanischen Republik zusammengearbeitet. Seine Arbeit war immer mit lokalen Gemeinschaften verbunden, sie sich bewusst waren, dass diese ein Schlüsselelement für den Erhalt der Biodiversität sind. Er arbeitet mit viel Enthusiasmus und Hand in Hand mit den lokalen Gemeinschaften für die Erhaltung der Vögel, für die er immer praktische Lösungen sucht. Maikel wir diese Erfahrungen mit uns im IX. Internationalen Papageienkongress teilen.

DRA. AUGUSTE VON BAYERN

Dr. Auguste von Bayern ist eine Zoologin die untersucht, wie Tiere – insbesondere Papageien und Krähenvögel – denken und wie im Laufe der Evolution Intelligenz entsteht. Ihr Forschungsinteresse umfasst sowohl die soziokognitiven Fähigkeiten dieser Vögel als auch ihre Problemlösekompetenz und ihre Fähigkeiten Lautäußerungen zu erlernen und zu imitieren. Auguste leitet eine Forschungsgruppe für Vergleichende Kognitionsbiologie am Max-Planck-Institut für Ornithologie, Seewiesen (Deutschland) und seit 2014 eine Forschungsstation im Loro Parque auf Teneriffa, die die kognitiven Fähigkeiten von Papageien untersucht. Auguste und ihr Team arbeiten vor Ort mit der Loro Parque Fundación zusammen, die die größte Papageiensammlung der Welt beherbergt. Auguste war von klein auf fasziniert von Wildtieren und Verhaltensforschung, studierte Biologie in München und besitzt einen Abschluss in Zoologie von der Universität Kapstadt in Südafrika. Nach ihrer Promotion in sozialer Intelligenz von Dohlen an der Universität Cambridge war sie 6 Jahre als Postdoktorandin in der Forschungsgruppe für Verhaltensökologie im Zoologiedepartment der Universität Oxford tätig. Auguste liegt Natur- und Artenschutz sehr am Herzen. Sie ist Vorsitzende des Förderkreises BIOTOPIA e.V., ein Verein, der die Realisierung eines international repräsentativen Life Sciences- und Naturkundemuseums und - Forums in Bayern unterstützt. Es soll Bewusstsein schaffen für relevante Umweltfragen und den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie Kinder und Jugendliche schon früh für Natur und Wissenschaft begeistern.

Dra. Anastasia Krasheninnikova

Dr. Anastasia Krasheninnikova ist Verhaltensbiologin. Sie arbeitet hauptsächlich an Tierkognition und Kommunikation. 2010 erhielt sie ihren Master of Science Abschluss in Biologie an der Universität Hamburg, wo sie auch 2014 ihren Doktortitel erlangte. Ihre Forschung fokussiert auf die Evolution kognitiver Fähigkeiten. Besonders interessiert sie, ob und wenn ja, wie Kognition durch verschiedene Aspekte der sozio-ökologischen Lebensbedingungen beeinflusst wird. Während ihrer Studien im Labor für Verhaltensökologie der Universität Hamburg, arbeitete sie auch in verschiedenen Zoos und Forschungseinrichtungen innerhalb Europa. Ihre Projekte umfassten ebenfalls Untersuchungen an frei lebenden Populationen invasiver Papageienarten in Deutschland und Spanien. Seit 2005 ist sie Postdocforscher und Labor Koordinatorin der Max-Planck-Forschungsgruppe (Comparative Cognition Research Group), die unter der Leitung von Dr. Auguste von Bayern geführt wird. Die CCRG ist eine Forschungsstation des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen bei München, die gemeinsam mit der Loro Parque Fundación betrieben wird und sich auf vergleichende Kognitionsforschung konzentriert. Anastasia untersucht hier weiterhin, wie sich Gehirne in Anpassung an ihr sozial-ökologisches Umfeld entwickeln. In letzter Zeit umfasst ihre Forschung auch Projekte zu Kognition und Kommunikation sowie zum Tierschutz bei Zetazeen.

Dr. José L. Tella

Unser nächster Referent zeichnet sich durch seine fortgeschrittene Feldprojekte mit Papageien aus. Dr. José L. Tella studierte Biologie und erhielt seinen Doktortitel 1996 an der Universität von Barcelona. Derzeit arbeitet er als Forschungsprofessor an der Biologischen Station Doñana (Centro Superior de Investigaciones Científicas) in Sevilla, Spanien, von wo aus er eine Forschungsgruppe leitet, die sich hauptsächlich der Forschung und Erhaltung von Vögeln widmet. Seine Forschungen, die sich in erster Linie auf die neotropischen Regionen konzentrieren, werden in mehreren Ländern durchgeführt, unter ihnen 60 Feldexpeditionen auf allen Kontinenten. In den letzten 15 Jahren fokussierte er sich auf die Forschung der Ordnung der Psittaciformes. Er beschäftigte sich mit der Verbreitung von invasiven Papageien und ihren Auswirkungen auf die einheimischen Arten, die das Aussterben von Psittaciformes in ihrer natürlichen Umgebung verursachen (vor allem Lebensraumveränderungen und deren Fang für den Heimtiermarkt), und der ökologischen Rolle, die sie in der Natur spielen. Er verbindet seine Feldarbeit mit der Haltung von bis zu hundert Papageienarten, die für Forschungszwecke eingesetzt werden. Diese enge Beziehung zu den Papageien in kontrollierter Umgebung hat ihm ermöglicht, das Verhalten dieser wichtigen Vogelgruppe besser zu verstehen und neue Hypothesen und Forschungen in der Natur vorzuschlagen. Dank seiner privilegierten Vision und Wissen über Papageien können wir die Rolle dieser Vögel in der Natur besser verstehen.

Miguel A. Gómez Garza

Mexiko beheimatet eine Vielzahl an Papageienarten. Viele von ihnen sind nur in diesem Land anzutreffen. Unser nächster Redner beobachtet und beschäftigt sich mit ihnen schon seit jungen Jahren. Miguel Ángel Gómez Garza ist zweifelsohne ein großer Kenner der mexikanischen Papageien. Er is Veterinär und erwarb seinen Doktortitel an der mexikanischen Universität Nuevo Léon in Tierwissenschaften mit dem Thema „Evolution, Ökologie und Krankheitsbilder der Papageien Mexikos“. Er hat vierzig Jahre lang jede Art und Unterart von Papageien in seinem Land erforscht. All diese Informationen sind in seinem Buch " Papageien von Mexiko " festgehalten. Er ist auch über alle fünf Kontinenten gereist, um die wilden Papageienpopulationen in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Derzeit ist er als Wissenschaftler und Professor für "Wildtiermedizin" an der veterinärmedizinischen Fakultät in Nuevo León, Mexiko, tätig, wo er verschiedene Feld- und Labortätigkeiten durchführt. Er ist auch Berater des Erhaltungsprojekts des Hellroten Aras (Ara macao cyanoptera) in Marqués de Comillas, Chiapas, wo die letzte wilde Population dieser Unterart in Mexiko verbleibt, sowie des Erhaltungsprogramms zur Förderung der Psittaciformes des lakandonischen Dschungels, das von der nationalen Kommission für Naturschutzgebiete durchgeführt wird. Heute ist er der verantwortliche Tierarzt der Stiftung Black Jaguar White Tiger und ist Berater für verschiedene Institutionen wie das Kulturzentrum Alfa in Monterrey und den Senat der Mexikanischen Republik. Miguel A. Gómez Garza wird uns die aktuellste Realität der Papageien in Mexiko schildern.

Luis Ortiz Catedral

Luis Ortiz-Catedral ist Dozent für Umweltwissenschaften und Ökologie am Institute of Natural and Mathematical Sciences der Massey Universität in Auckland, Neuseeland. Luis studiert seit 2004 die Biologie und den Schutz von Cyanoramphussittiche, für die er seit 2010 Translokationsprotokolle entwickelt. Seine Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung von Überwachungsmethoden für kleine Populationen auf Inseln. Seit Kurzem forscht er auch die Leguane und die Schlangen auf den Galapagosinseln.

Nuhacet Fernández Gallardo

Im Bereich der Veterinärmedizin erfordern die Papageienvögel einen hohen Spezialisierungsgrad, da sie eine große Artenvielfalt aufweisen. Tierärzte müssen die Besonderheiten jedes Einzelnen kennen, um sie korrekt behandeln zu können. Diese Disziplin wurde von unserem nächsten Sprecher Schritt für Schritt weiterentwickelt: Nuhacet Fernández Gallardo. Schon in jungen Jahren zeigte Nuhacet Interesse an Vögeln und nutzte jede Gelegenheit, den Loro Parque zu besuchen. Dieser frühe Kontakt mit den Papageien half ihm, seine Berufung zu finden. Er studierte an der veterinärmedizinischen Universität Las Palmas, auf Gran Canaria, wo er sich auf exotische Vogelmedizin spezialisierte. Seit 2010 ist er Tierarzt im Loro Parque, wo er jedes Jahr mehr als tausend Vögel betreut. Dank dieser Erfahrung hat er sich auf endoskopische Untersuchungen, Pädiatrie, Reproduktions- und Präventionsmedizin spezialisiert. Seine erzielten Erfolge mit Lear´s und Spixaras sind bemerkenswert. Nuhacet ist auch ein aktiver Feldforscher. Die Beobachtungen und Fotografien von Papageien in der Natur auf mehreren Kontinenten ermöglichen es ihm, die Bedürfnisse der Papageien besser zu verstehen. In seiner eigenen Sammlung hält er afrikanische und amazonische Papageien. Als Referenz in der Veterinärmedizin nimmt er als Redner an verschiedenen nationalen und internationalen Konferenzen teil, wo er sich durch seine Kommunikationsfähigkeit auszeichnet, und komplexe veterinärmedizinischen Behandlungen auf einfache und angenehme Weise erklärt.

Rafael Zamora

Schon in jungen Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für die Natur. Während seines Biologiestudiums an der Universität von La Laguna baute er sein eigenes Vogelzuchtlabor auf, in welchem er über 500 Arten hielt, darunter auch Reptilien und Kleinsäuger. Diese Erfahrung war wesentlich, um ein Forschungsstipendium von der Universität La Laguna, auf Teneriffa, und dem Loro Parque zu erhalten, wo er zwei Jahre lang das Verhalten der Spixaras studierte und dann für das Fachteam des Loro Parque und der Loro Parque Fundation rekrutiert wurde. Im Laufe seiner Karriere spezialisierte er sich auf Zoologie, er arbeitete als Ornithologe und Kurator bei der Loro Parque Fundación und als Berater für verschiedene internationale Zuchtprojekte für bedrohte Arten. Er ist ein international gefragter Redner auf renommierten Kongressen und Seminaren in Europa, Mittel- und Südamerika, Asien und Ozeanien. Er ist Autor mehrerer Drehbücher für Naturdokumentationen und nimmt regelmäßig an Interviews und Umweltgesprächen in verschiedenen Radio- und Fernsehsendungen teil. Darüber hinaus schreibt er regelmässig Artikel für spezialisierte Zeitschriften über Psittaciformes, Natur und Vogelkunde. Seine Artikel über Zucht und Erhaltung werden auf allen fünf Kontinenten veröffentlicht. Sein Fachwissen über Vögel in der Natur und in kontrollierter Umgebung stellt ein wirksames Instrument zur Kontrolle der Ex- und In-situ Projekte der Loro Parque Fundation dar, wo zurzeit Rafael Zamora die Position des wissenschaftlichen Direktors bekleidet.